Beweg Deinen Arsch... In Liedform!
- Bob_bloggt
- Apr 14, 2020
- 3 min read
Updated: Apr 15, 2020

Bob_bloggt und meine Frau_singt. Vielleicht wäre das ja der Titel eines Gegen-Blogs, in welchem meine Frau zum ultimativen Gegenschlag gegen mich ausholen könnte. Im Moment kann ich sie nur durch das Bemalen von Steinen und durch Aufzeichnen unseres Podcasts von solchen Gedanken abhalten. Ein Glück.
Wobei meine Liebste vor ein paar Tagen festgestellt hat, dass ich "Spleen-Frei" bin gepaart mit der Anmerkung (übrigens vor laufenden Mikrofon für alle Ewigkeit aufgezeichnet), dass ich mich ja gerade deswegen auf Ihre Marotten einlassen könnte und das natürlich etwas ganz tolles ist. Anders ausgedrückt könnte man jedoch auch aus diesen Zeilen unterschwellig lesen: "Mann, bist Du langweilig. Naja, ich übernehm Deinen Part einfach mit". So oder so ähnlich muss es wohl in ihrem hübschen Köpfchen aussehen, wenn sie nahezu alles im täglichen Leben singt. Ja, singt.
Wie schon erwähnt war und ist Musik in unserem Leben eine nicht wegzudenkende Konstante. Etwas was uns verbindet und durch alle Höhen und Tiefen begleitet hat. Gut, unseren ursprünglichen Plan, gemeinsam bei "Deutschland sucht den Superstar" aufzutreten mussten wir vielleicht auf Eis legen, aber sonst... Ja sonst passt das alles. Meine Frau singt aber auch einfach zu gerne. Im Auto, auf der Toilette, in der Küche, im Bett... Einfach überall. Zu jedem Lied, zu jeder Stunde. Ob Tag, ob Nacht. Ich könnte sie mühelos mitten in der Nacht wecken, ein Lied anstimmen und sie wäre sofort bereit.
Ich erinnere mich da nur allzu gerne an eine kleine Wochenend-Urlaubsreise. Nach Italien sollte es gehen, in die Gegend zwischen Venedig und San Marino. Wirklich wunderbar. Die Fahrt dort hin würde wohl (inklusive Pause) so um die 7 Stunden dauern. Fröhlich vergnügt starteten wir also los, die Mucke dröhnte aus den Boxen und meine Frau begann zu singen. Und sie sang.... Und sang.... Und sang.... Ein bunter Blumenstrauß von Britney Spears, Robbie Williams und aktuellen Chart-Krachern wurde aus tiefster Seele und mit voller Inbrunst zum Besten gegeben. Und ich saß als VIP direkt in der ersten Reihe. 7 Stunden später hörte sie dann nur deswegen auf, weil wir unser Ziel erreicht hatten und wir Leute begrüßen mussten. Ansonsten hätte sie das bestimmt noch weitere Stunden durchgehalten. Glücklich und heiser vergrub sie ihre Zehen im heißen Sand an der Mittelmeerküste und ich war um ein kostenloses Konzert reicher.
Voll gerne!
Ich kann mir denken, was sich viele von Euch nun denken. 7 Stunden singen? So ein Unsinn. Da übertreibt er jetzt. Das waren vielleicht ein paar Minuten und aufgrund der Dramaturgie werden daraus halt jetzt 7 Stunden. Ne, is klar. Doch weit gefehlt. Ich erzähle die Wahrheit und nichts als die Wahrheit. Gut, es gab hier und da eine kurze Konversation zwischen dem ein oder anderen Lied, doch in der Gesamtheit war meine Frau eins mit der Musik. Eigentlich eine fast übermenschliche Leistung, die sie hier abgeliefert hatte und die meinen vollen Respekt verdient.
Überhaupt ist meine Frau sehr ausdauernd. Wenn ihr etwas gefällt, dann wird das entsprechend ausgiebig in Anspruch genommen. Naja, aus irgendeinem Grund hat sich mich wohl dann auch geheiratet. Ich hatte zunächst auf Mitleid getippt. Das sollte ich mal hinterfragen. Aber ich schweife ab. Ende 2016 startete ein neuer Disney-Film in den deutschen Kinos - Vaiana. Meine Frau, ohnehin stahlahrter Disney-Fan, liebte diesen Film und so kam es wie es kommen musste und wir schauten dieses wirklich gelungene Abenteuer bestimmt 5 Mal im Kino an (reicht das überhaupt?). An einem Wochenende stand erneut eine kleine Urlaubsfahrt an, diesmal ging es nach Paris. Eine Fahrt von locker 9 Stunden. Und wer jetzt vernünftig aufgepasst hat kann sich eventuell denken, was passierte... Richtig. Der Soundtrack zum Film lief exakt vom Anfang bis zum Ende, stimmlich begleitet und untermalt von dieser Frau, die man wohl nur einmal im Universum finden kann.
Abgesehen vom schnöden Mitsingen bekannter Gassenhauer verfügt meine Frau jedoch über ein Talent, welches mich schon oft (ernsthaft) in Erstaunen versetzt hat. Sie kann, ohne jede Vorbereitung, bekannte Lieder mit eigenen Texten versehen und damit nahezu jede nur erdenkliche Alltagssituation neu vertonen. Egal ob ich ihr einen Kaffee kochen, den Müll raus bringen oder einfach mal die Fresse halten soll... Nahezu alles wird passend gereimt zu bekannten Sternen der Musikgeschichte verpackt. Ihre Texte sind dabei so treffend und spontan, dass mir manchmal die Spucke weg bleibt. Auf Kommando dagegen gelingt ihr dies absolut nicht.
Es ist also wahr, auch nach Jahren kann meine Holde mich in Erstaunen versetzen mit Gaben, von denen ich noch nicht so recht weiß, ob sie damit wohl besser in einer Folterkammer oder bei den Avengers aufgehoben wäre. Denn auch wenn "Beweg Deinen Arsch" in Liedform etwas freundlicher klingt, der Hintergrund und die Erwartungshaltung der Angetrauten bleibt die selbe: "Beeeeweeeeeeg Deinen Aaaaaaarsch".
In diesem Sinne, Musik anmachen und genießen.
Euer Bob_bloggt
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